Orgel-Unterricht

Die Nachfrage nach Orgelunterricht ist heutzutage nur noch sehr gering. Die modernen Keyboards haben die Orgeln verdrängt, weil das Keyboardspiel leichter zu erlernen ist. Dennoch haben einige Familien zuhause noch eine Orgel in ihrem Wonhnzimmer stehen, und der Wunsch nach Orgelunterricht besteht nach wie vor, damit das 'gute alte Stück' nicht als reines Möbel verkommt.

Aber wer unterrichtet so etwas noch?

Wir sind eine der wenigen Musikschulen, die noch Orgelunterricht auf einer 2-manualigen Orgel mit 13-Tasten-Pedal anbieten.

Beim Orgelspiel ist wesentlich mehr zu tun, als beim Keyboardspiel. Die linke Hand spielt nach Noten, und zwar im Baßschlüssel, und die Füße, zumindest der linke Fuß, haben auch eine Menge zu tun. Dabei muß eine Orgel keineswegs schlechter klingen, als ein Keyboard. Es gibt inzwischen zweimanualige Orgeln mit Pedal, die in technischer Hinsicht, was Ausstattung, Sounds, Begleitautomatik etc. angeht, den modernen Keyboards in keiner Weise nachstehen. Die Tatsache, dass man bei einer modernen Orgel noch sehr vieles selber spielen kann, aber nicht muß, macht dieses Instrument besonders interessant. Gerade deswegen, weil man beim Orgelspiel nicht alles der eingebauten Technik überlassen muß, kann man die Musik viel lebendiger und individueller gestalten.

Ein Problem stellt sicherlich das noch zur Verfügung stehende Unterrichtsmaterial dar. Kaum ein Verlag kümmert sich heute noch um zeitgemäße Orgelschulen, denn 'Orgel will ja doch keiner mehr lernen'. So sind die Orgelschulen hoffnungslos überaltert. Es gibt zwar immer noch genügend zeitgemäßes Notenmaterial für elektronische Orgeln, und auch in diesem Bereich erscheint ständig etwas Neues. Aber die leicht spielbaren Stücke klingen meist billig und schlecht, und die gut klingenden Arangements sind oft viel zu schwer zu spielen.

Das haben wir natürlich erkannt, und obwohl wir auch z.T. nach diesen Orgelschulen unterrichten, ergänzen wir diese zumindest mit einer inzwischen umfangreichen Sammlung selbsterstellter, zeitgemäßer, aber spielbarer Orgelstücke, und wir haben da für jeden Schwierigkeitsgrad etwas.

Einen großen Schwerpunkt legen wir auf's Improvisieren, welches jeder Orgelschüler erlernen sollte, sobald er die elementaren Grundkenntnisse des Orgelspiels beherrscht. Dadurch ist er dann in der Lage, für sich das vorhandene Notenmaterial, je nach seinen Fähigkeiten, anders zu spielen. Aus einem zu schwierigen Stück sucht man sich dann das Wesentliche heraus, so dass es spielbar wird, aus einem zu leichten Stück macht man durch Hinzufügen von Zweitstimmen oder Akkorden, oder durch interessantere rhythmische Begleitung, mehr, so dass es dann professioneller klingt. Und das alles, ohne die Noten umschreiben zu müssen. Ja, sogar das Orgelspielen nach Keyboard-Noten ist dann möglich.

Dazu sind natürlich ausreichende Kenntnisse in Theorie erforderlich, wofür wir ca. 1/3 der Unterrichtszeit verwenden.